KOMMI und der Osterhase


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An einem wunderbar warmen Frühlingstag kurz vor Ostern war es KOMMI sehr langweilig. Er rief seine Freundin Paula an, aber sie hatte keine Lust zu telefonieren. Bei Schaf und Ente ging niemand ans Telefon. Seine Mama war in einer Videokonferenz und er durfte sie nicht stören. Papa war Einkaufen, mit ihm konnte er also auch nicht spielen.

KOMMI ging in sein Zimmer und lief im Kreis. Er konnte ein Buch lesen – aber mittlerweile kannte er alle seine Bücher auswendig. Er konnte Lego bauen – aber er hatte aus all seinen Steinen eine riesige Burg gebaut, die wollte er nicht kaputt machen. Er machte das Fenster auf, von draußen kam schöne warme Luft rein – wenn er sich auf sein Bett legte und den Kopf schief hielt, schien ihm die Sonne ins Gesicht. KOMMI brummte, das war ein schönes Gefühl. Ganz leise konnte er die Bäume draußen rauschen hören. Er stellte sich vor, dass er an einem Strand lag.

Da kitzelte es ihm plötzlich in der Nase. Er schlug die Augen auf und wäre vor Schreck fast aus dem Bett gefallen – aber Moment – er lag ja gar nicht mehr in seinem Bett. Er purzelte aus einer Hängematte und fiel in feinen Sand. Er stand auf und klopfte sich den Staub aus dem Fell. Er blickte sich um. Tatsächlich, er stand an einem Strand, das blaue Meer war genau vor ihm. Die Hängematte war zwischen zwei Palmen gespannt. Aber was hatte ihn denn so in der Nase gekitzelt? „Hallo, hier bin ich, hier oben!“ KOMMI guckte nach oben. Oben zwischen den Palmenblättern saß ein Hase. KOMMI rieb sich die Augen und schaute nochmal hin. Da saß tatsächlich ein Hase, er hatte ein langes Palmenblatt in der Hand, damit hatte er KOMMI wohl an der Nase gekitzelt. „Endlich bist du wach, tut mir sehr leid, wenn ich dich erschreckt habe.“ KOMMI konnte darauf nicht antworten, er war noch zu erstaunt. Der Hase hüpfte von der Palme runter und streckte KOMMI die Pfote hin. „Ach herrje, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Ich bin der Osterhase“. KOMMI schüttelte die Pfote. „Ich bin KOMMI. Wie bin ich hierhergekommen?“ „Das weiß ich nicht, aber ich bin sehr froh, dass du hier bist. Ich brauche dringend deine Hilfe. Komm mit!“. KOMMI folgte dem Osterhasen vom Strand weg durch einen kleinen Urwald bis zu einer Hütte. „Setz dich doch.“, sagte der Osterhase und bot ihm eine Kokosnuss mit einem Strohhalm an. „Hier bitte schön, du musst durstig sein.“ KOMMI trank das leckere Kokoswasser und der Osterhase fing an zu erzählen.

„Das ist alles total schief gelaufen, ich mache diese Reise jedes Jahr, seit über 100 Jahren ist mir sowas noch nicht passiert. Ich bin im Winter immer am Südpol beim Weihnachtsmann und pünktlich zum Frühlingsbeginn mache ich mich auf den Weg nach Hause. Ich fliege dann immer  mit  Südpol-Airways.  Aber  letzte  Woche  sagen  die  mir,  dass  sie  nicht  mehr  fliegen. Wegen so einem Virus. Ich habe am Südpol kein Internet, deswegen habe ich nichts mitgekriegt. Ich musste also auf dem Wasser reisen und vor zwei Tagen ist mein Floss kaputt gegangen und alleine kann ich es nicht reparieren. Kannst du mir bitte helfen? Sonst schaffe ich es nicht rechtzeitig zum Osterfest.“

Für KOMMI war das gar keine Frage, natürlich wollte er helfen. Er begleitete den Osterhasen zu einer kleinen Bucht. Da lag das kaputte Floss. Zwei Baumstämme hatten sich gelöst und der Mast war abgebrochen. Gemeinsam waren sie stark genug, um alles wieder fest zusammenzubinden und einen neuen Mast aufzustellen. Für die Reparatur nutzten sie das Holz, dass an den Strand gespült worden war. KOMMI sammelte Kokosnüsse ein, damit sie für die Fahrt über das Meer ausreichend zu Trinken hätten. Als die Sonne langsam unterging, war da Floss fertig. „Vielen, vielen Dank, dass du mir geholfen hast.“, sagte der Osterhase.

„Lass uns jetzt noch etwas schlafen und dann bei Sonnenaufgang losfahren!“ KOMMI war einverstanden und sie gingen zurück in die kleine Hütte. KOMMI legte sich auf ein Bett aus Palmenblättern und war schnell eingeschlafen.

„KOMMI? KOMMI, bist du in deinem Zimmer?“

KOMMI streckte alle vier Pfoten von sich und gähnte ausgiebig. Na sowas, er lag wieder auf seinem Bett. Dann war das nur ein Traum gewesen?

„KOMMI?“, sein Papa steckte den Kopf durch die Tür. „Ach hier bist du, ich hab schon nach dir gerufen. Hast du einen Mittagsschlaf gemacht? Komm, hilf mir mal mit den Einkäufen.“ KOMMI ging in die Küche und erzählte seinem Papa von seinem Traum. „Das klingt ja nach einem richtigen Abenteuer!“, sagte sein Papa. „An Ostern werden wir dann wohl merken, ob ihr es heile über das Meer geschafft habt.“ Diese Idee fand KOMMI sehr spannend und freute sich nun noch viel mehr auf Ostern.