Abschied nehmen

… will auch gelernt sein. Abschied nehmen ist ein lebenslanges Thema. Wir müssen uns von Oma und Opa verabschieden, von Freunden, von den Eltern beim Auszug, von einer Partnerin, einer Arbeitsstelle….

Hier bei KOMM lag in den vergangenen Wochen, eher Monaten Abschied in der Luft. Unsere sehr geschätzte Kollegin und Koordinatorin Annette Meinecke-Vogel hat sich Ende Januar von uns in den Ruhestand verabschiedet. Frau Schneider und Frau Oehme haben sich in der Heinrich-Heine-Schule von ihrer dortigen Zuständigkeit verabschiedet, Frau Queirard hat sich in der Elly-Heuss-Knapp-Schule verabschiedet, Simone Horn hat sich nach knappen 13 Jahren von ihrer Zuständigkeit in der Herderschule verabschiedet.

Dem Voraus gingen Überlegungen für weitere Lebens – und Berufswege. Abschied zu nehmen bedeutet zunächst Selbstreflektion, begleitet von Ehrlichkeit und Mut auf der einen Seite, Gestaltung von Neuanfang oder des weiteren Weges, eine Lücke schließen auf der anderen Seite. Viele Gedanken und Gefühle bewegt man in der Zeit vor dem Abschied, in der Zeit bis zu einer Entscheidung.

Hier in der Beratungsstelle erlebten wir es so, dass es dann doch ganz schnell ging von der Verkündung des Weggangs bis zur Umsetzung. Wir alle haben geplant, imaginiert, sind durch Wellen von Traurigkeit und Rückblick gegangen, haben am Ende dann Anekdoten erzählt, zusammengesessen, gelacht, gegessen…

Nun sind einige Wochen vergangen und es kehrt allmählich eine neue Normalität ein. Ein kleiner Hauch von Routine, der Schmerz ist kleiner geworden, die Kraft für Neues kehrt zurück.

Alle haben wir wieder einmal mehr dabei gelernt, loszulassen. „Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück“ (Buddha).

Verfasst von Simone Horn

KOMM beim Darmstädter Qualitätszirkel  

Wie kann Schulsozialarbeit die Partizipation und Teilhabe von Schüler*innen am schulischen Leben fördern? Welche Herausforderungen und konstruktive Handlungsansätze gibt es hierzu? Um diese spannenden Fragen ging es am 5.12.2023  beim Qualitätszirkel der Schulsozialarbeit in der Bessunger Knabenschule. Auf Einladung des Jugendamtes der Stadt Darmstadt, Koordinierungsstelle Jugendberufshilfe & Schulsozialarbeit, vertreten durch den Leiter Jan Rothermel und die Koordinatorin Julia Range, diskutierten Mitarbeiterinnen von KOMM und Schulsozialarbeiter*innen weiterer Träger darüber, wie Schüler*innen ihren Schulalltag demokratisch, kreativ und inklusiv gestalten können. Auf das Thema stimmten Meike Grams, Referentin für Jugendhilfe und Soziale Arbeit bei der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), und Helmholt Redemacher, Co-Vorsitzender des Landesverbandes der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V., mit Fachvorträgen ein.  

Meike Grams verdeutlichte in ihrem Beitrag, dass Partizipation als Gestaltungsaufgabe im „Ausgrenzungsapparat Schule“ auch Abgabe von Macht bedeute. Anhand der UN-Kinderrechtskonvention zeigte sie auf, wie Kinderwille berücksichtigt werden müsse und wie Teilhabe von Kindern an Bildung, Freizeit, kulturellem Leben etc. aussehen sollte. Helmholt Rademacher verdeutlichte am Best-Practice-Beispiel des „Klassenrates“ an Schulen, wie Schüler*innen Konflikte auf demokratischem Wege lösen können. Klassenanliegen gemeinsam zu lösen, wobei Lehrer*innen hier auch nur Beteiligte „unter vielen sind“ und keine führende Aufgaben haben, stärkten die Erziehung zur Demokratie. Nach den Impulsvorträgen wurde in Kleingruppen rege darüber diskutiert wie Schulsozialarbeit noch stärker in die Partizipation hineinwirken kann. Wünsche und Ideen für erfolgreiche Schulsozialarbeit wurden formuliert und gesammelt. Jan Rothermel bedankte sich sehr für den intensiven Austausch. Die Ergebnisse des Nachmittages stellen den Auftakt für ein Konzeptpapier dar, das sich mit dem Thema noch weiter beschäftigen wird.   

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#Demokratie-geht-mich-was-an!

Demokratie geht mich was an!

Die Welt scheint sich schneller und schneller zu drehen. Krieg, Flucht, Umweltzerstörung, das Denken im ewigen Wachstum und der Versuch zunehmend vieler Menschen, im rechten Gedankengut Halt zu finden, sind Zeichen unserer Zeit. Wir hören und lesen, die Demokratie sei in Gefahr.

All die drängenden und scheinbar unlösbaren Probleme können den Eindruck entstehen lassen, dass „die da oben“ (wer auch immer die da oben sind) doch machen was sie wollen und „wir hier unten“, keinen Einfluss darauf haben.
In der Psychologie gibt es für dieses Phänomen den Ausdruck der „gelernten Hilflosigkeit“.  Es bedeutet, dass ich selbst dann, wenn ich Einfluss nehmen könnte, es nicht tue, weil ich es entweder nicht mehr kann, oder nie gelernt habe, oder weil ich keine Motivation dazu habe.

Und hier sind wir gefragt. Wir, die in Schule und in der Jugendhilfe arbeiten. Wir sind gefragt darin, Kinder und Jugendliche sowohl zu befähigen, als auch sie zu motivieren.

Das passiert immer dann, wenn sie erleben, dass sie etwas durch hier Handeln verändern bzw. verbessern können.
Das entscheidende Wort hierfür ist „Selbstwirksamkeit“. Selbstwirksamkeit zu erleben, verhindert erlernte Hilflosigkeit und macht Partizipation und Demokratie möglich.

Wenn wir aus dieser Perspektive schauen, ist Schule vielleicht nicht der erste Ort, der uns einfällt, wenn wir an Demokratie, Partizipation und Gestalten denken. Bei Schule denken die meisten von uns an Verbindlichkeiten, wie tägliches Erscheinen im Unterricht und an Bewertungen durch die Noten.

Doch es gibt auch kaum einen besseren Ort, wo Demokratie lernbar wird, da die Schule der Lernort aller Kinder und Jugendlichen ist und gleichzeitig ein Minikosmos unserer Gesellschaft, in dem sich alle gesellschaftlichen Themen und Umbrüche wiederfinden lassen.

Demokratie lernen in der Schule heißt dabei nicht nur Demokratie als Teil eines Unterrichtsfaches zu lernen, in dem Wissen über Demokratie vermittelt wird, was sicher auch sinnvoll und notwendig ist.
Sondern es geht um die Vermittlung von Fähigkeiten wie z.B. Mehrheiten zu schaffen, auf Minderheiten zu achten, sich zu organisieren, Kompromisse eingehen zu können, Projekte zu verantworten.

Die Frage, die sich anschließt ist,

Wo sind in der Schule Räume, um das zu erkunden?
Wo machen Kinder und Jugendliche Selbstwirksamkeitserfahrungen in der Schule?

Ein kleines Beispiel :

Seit vielen Jahren stehen immer wieder größere und kleinere Trupps von 1.-6. Klässler: innen vor den Türen der KOMM-Räume an unsren Schulen. Sie kommen entweder zu uns, in die Betreuung oder zu Lehrkräften, weil sie in Konflikte geraten sind, die sie allein oder nicht konstruktiv lösen konnten. Sie sind empört, wütend, traurig oder hilflos. Sie wollen ihr Recht, oder Gerechtigkeit.
In mühevollere Kleinarbeit versuchen wir den Streit zu schlichten und Strategien zur Konfliktlösung weiterzugeben. Ein nicht immer von Erfolg gekröntes Unterfangen und seit vielen Jahren eine sprudelnde, nicht versiegende Quelle von immer wiederkehrenden Aufträgen an uns.

Auch wenn es bisweilen immer wieder dieselben Dinge sind, die wir tun, ist es dennoch ein wichtiger Raum, Selbstwirksamkeit erfahren zu können.

Demokratie lernen braucht Beziehungsarbeit. Es braucht Beziehung zu einem Gegenüber, dass sich auseinandersetzt, dass zur Diskussion anregt, zu Projekten ermuntert. Selbstständigkeit muss erlernt und begleitet werden.

Es gilt junge Menschen sprechfähig und ihre Stimme hörbar zu machen, die Selbstwirksamkeit zu stärken, Lebenswelten zu schaffen, die Kindern und Jugendlichen jeden Tag zeigt, dass sie Gestalter: innen der Gesellschaft sind.

Demokratie in der Schule – ZEIT für die Schule (zeitfuerdieschule.de)

http://www.praxis-meinecke.de/Mein-Blog/

Ein neuer Name für die Morneweg-Grundschule

Ursula Dachs Schule?

Ursula Pirat Schule?

Ursula Spaghetti Schule?

Ursula waaaas Schule?

Das fragten sich bei der Namensgebungsfeier auch die Schüler*innen der ehemaligen Morneweg-Grundschule, bis sie laut herausschrien:

Nein! Die Morneweg-Grundschule heißt jetzt Ursula-Fuchs-Schule!

Vor zwei Jahren war die Morneweg-Grundschule noch als Grundstufe ein Teil der IGS Mornewegschule. Im ersten Jahr der Eigenständigkeit wurde den Beteiligten schnell klar, dass dies zu vielen Verwirrungen führte. Pakete, E-Mails, Briefe aber auch die ein oder anderen Eltern und Schüler*innen landeten gerne mal bei der „falschen“ Mornewegschule.

Schulleiterin Corinna Orth-Mohr nahm die Anwesenden in Ihrer Ansprache mit auf die Reise von der Morneweg-Grundschule zur Ursula-Fuchs-Schule. Vom Antrittsbesuch des Schuldezernenten Holger Klötzner, dem dann von den Problemen berichtet wurde und dem Wunsch nach einer Namensänderung, bis hin zur Namensfindung.

Wie der Schuldezernent Holger Klötzner in seiner Rede preisgab, war auch er direkt dafür die Schule auf dem Weg zu einer Namensänderung zu unterstützen und zu begleiten.

Es gab bestimmte Vorschriften: Es sollte eine Frau sein, die Person sollte einen Bezug zu Darmstadt haben und sie musste bereits verstorben sein.

Im gesamten Kollegium und in Absprache mit den Schüler*innen wurde nach einer Person gesucht, die als Namensgeberin dienen konnte und mit Ursula Fuchs dann auch gefunden.

Zur festlichen Namensvergebung waren unter anderem auch die Angehörigen von Ursula Fuchs geladen und ihr Sohn berichtete den Anwesenden sehr liebevoll vom Leben seiner Mutter, von den von ihr geschriebenen Büchern, vom gemeinsamen Familienleben mit ihr und auch von ihren Eigenheiten. So war sie u.a. ein großer Fan von selbstgestrickten Pullis, deren Tragen zugunsten eines schickeren Kleidungsstücks sie sich auch nicht ausreden ließ, als sie auf einer Preisverleihung im Ausland geehrt wurde.

Ihre Bücher und Geschichten schrieb sie allesamt auf einer Schreibmaschine und das Klappern der Tasten erfüllte schon früh morgens die gemeinsame Wohnung.

Ursula Fuchs schrieb viele Kinder-Bücher. Eines davon war ‚Emma oder Die unruhige Zeit‘ für das sie 1980 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt und das in viele Sprachen übersetzt wurde. In dem Buch beschreibt sie Kriegserlebnisse aus der Sichtweise eines Kindes.

Ihre Enkel berichteten von ihren großen Künsten als Vorleserin, denen sie stundenlang nachgehen konnte. Auch reiste sie von Schule zu Schule, um dort aus ihren Büchern vorzulesen.

Ursula Fuchs verbrachte einen Teil ihres Lebens in Darmstadt und wohnte in ihren letzten Lebensjahren in Hörweite zur Grundschule. Wie ihr Sohn berichtete waren am Tag ihres Ablebens die Fenster ihres Schlafzimmers weit geöffnet und man konnte die spielenden Kinder auf dem Schulhof hören.

Somit schließt sich hier dann wohl auch wieder der Kreis.

KOMM gratuliert der Ursula-Fuchs-Schule zu Ihrem neuen Namen. 🙂

Anbei ein paar Impressionen von den Feierlichkeiten:

#JugendFilmTage

Die JugendFilmTage der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt- Dieburg
„Alkohol, Nikotin, Medien und Cannabis – Alltagsdrogen im Visier“

Vom 20. bis 22. November 2023 ist es im Kinopolis Darmstadt endlich wieder soweit: Schulklassen aus der Stadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt- Dieburg sind eingeladen, an den„JugendFilmTagen – Nikotin und Alkohol Alltagsdrogen im Visier“ teilzunehmen. In diesem Jahr wird den Jugendlichen der Klassenstufen 7 bis 12 erneut die Möglichkeit geboten, sich mit Alltagsdrogen wie Nikotin, Alkohol und Cannabis auseinanderzusetzen und eine kritische Haltung gegenüber diesen Substanzen einzunehmen.

„Die Jugendfilmtage sind ein wichtiger Baustein der Suchtprävention in Darmstadt“, unterstreicht Bürgermeisterin Barbara Akdeniz. „Ich freue mich, dass auch in diesem Jahr ein vielfältiges Programm für junge Menschen auf die Beine gestellt wurde. Denn Prävention beginnt mit Information und Aufklärung. Die ausgewählten Beiträge veranschaulichen die Risiken im Umgang mit Alltagsdrogen eindrücklich und regen zum anschließenden Austausch und Reflektion an“.

Wie läuft es ab?
Nach der Eröffnung werden die Jugendlichen eine Quizkarte erhalten und diese bei den Mitmachstationen vor Ort ausfüllen. Die Schüler*innen haben über zwei Etagen die Möglichkeit, an verschiedenen interaktiven Ständen, dass Themenfeld der Alltagsdrogen zu bearbeiten. Die Stationen beinhalten beispielsweise unterschiedliche Quizze, ein Rauschbrillen Parcours, eine Shisha-Station sowie ein überdimensionales Würfelspiel.
Verschiedene Lebenskompetenzen, wie die Fähigkeit gute Entscheidungen für sich zu treffen, als auch kritisches Hinterfragen seiner Handlungen werden hier angesprochen. Die Stationen sind so aufgebaut, dass sie Jugendliche auf kreative Art und Weise ansprechen und die Kommunikation über mitunter schwierigen Themen erleichtern.
Nachdem die Schüler*innen eine Stunde lang die Stationen nutzen können heißt es im Anschluss:„Film ab!“.

Bei der Anmeldung zur Veranstaltung stehen den Klassen drei Spielfilme zur Auswahl, die die Alltagdrogen auf der Leinwand ins Visier nehmen. Dieses Jahr werden „Zoey“, „Alles ISY“ und
der Film „Sonne und Beton“ gezeigt. Die Filme nehmen das Thema Alltagsdrogen auf unterschiedliche Weise auf und sprechen die Schüler*innen durch eine jugendliche Erzählperspektive an.
Besonders der Film „Sonne und Beton“, bietet großes Potential die Schüler*innen zu erreichen, da die Handlung nah an der Lebenswelt der Schüler*innen spielt. Zusätzlich wird das Buch teilweise als Unterrichtslektüre im Fach Deutsch oder Ethik behandelt.

Weitere Informationen https://www.rauch-frei.info/aktiv-dabei/jugendfilmtage/vorstellung/ und
Anmeldungen der Schulklassen


Veronika Hohmann Fachstelle für Suchtprävention des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Tel.
06151 – 8811323 E-mail-Adresse fsp@ladadi.de oder Michelle Denk, Fachstelle Suchtprävention
Darmstadt – Netzwerk ROPE e.V., Tel. 06151 – 8004410 E-Mail-Adresse fsp@network‐rope